Pferdeklinik Barkhof
Dr. med. vet. Heinz Jaugstetter

Siemensstrasse 4
D-27367 Sottrum-Barkhof

Tel.: +49 (0) 4264 83669-0
Fax: +49 (0) 4264 83669-29


Geschäftszeiten:

Klinik
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Mo.-Do. 15.00 - 18.00h
Fr. 14.00 - 17.00h

Fahrpraxis
Mo.-Fr. 08.00 - 18.00h

Notfälle: 0160-97031893
(täglich rund um die Uhr)
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In der Pferdeklinik Barkhof werden jährlich über 600 Pferde operiert.
Für die Operationsüberwachung steht uns modernste Technik zur Verfügung.
Routinemäßig werden eine Vielzahl an orthopädischen Eingriffen, Kastrationen (in Vollnarkose), Kehlkopfpfeiffer-, Gaumensegel- und Kopperoperationen durchgeführt.

 

Sie machen sich Sorgen, weil Ihr Pferd operiert werden muss? Dann möchten wir Ihnen mit unserem Bericht "Das Pferd im OP" eine kleine Hilfestellung geben.
Gerne können Sie auch während der gesamten Operation zuschauen und die einzelnen Abläufe mitverfolgen. Durch die große Glasscheibe zum OP haben Sie alles genau im Blick.

ARTHROSKOPIE

Wir bieten alle durchführbaren Eingriffe am Gelenk an: von der Gelenkspülung bis hin zur Entfernung freier Fragmente innerhalb des Gelenkes (sog. Chips).

AUTOLOGE KNOCHENMARKTRANSPLANTATION

Seit 1998 werden in der Pferdeklinik Barkhof autologe Knochenmarktransplantationen beim Pferd bei verschiedenen Indikationen durchgeführt.
Die autologe Knochenmarktransplantion beim Pferd wurde in den USA entwickelt und wird dort seit Oktober 1995 eingesetzt.
Im deutschen sowie im europäischen Raum wurde sie erstmals 1998 in der Pferdeklinik Barkhof durchgeführt.
Aufgrund der sehr positiven Erfahrungen mit dieser Therapie, hinsichtlich
des klinischen Erfolges im Rahmen der Insertionsdesmopathien und der Sehnenheilung, wurde diese Therapieform auch auf andere Indikationsgebiete ausgedehnt wie z.B. Gelenkaffektionen (z.B. Osteoarthritiden) und intensiv klinisch erforscht.
In einer Vielzahl der Bindegewebe des erwachsenen Organismus sind mesenchymale Stammzellen enthalten, die als Ausgangsmaterial der Gewebeerneuerung nach Trauma, Alterung etc. dienen. Mesenchymale Stammzellen sind Bestandteil der physiologischen Wundheilung und dadurch zur Aufrechterhaltung des lebenden Organismus notwendig.
Das Knochenmark stellt das Hauptreservoir der mesenchymalen Stammzellen im Körper dar. Sie sind als pluripotente Vorläuferzellen zu verstehen, die in der Lage sind sich als undifferenzierte Zellen häufig zu teilen. Ihre Tochterzellen haben das Potential sich in die verschiedenen Zellen der mesenchymalen/ bindegewebigen Körpergewebe zu differenzieren wie z.B. Osteoblasten, Chondroblasten und Fibroblasten. Durch die im Knochenmark enthaltenen mesenchymalen Stammzellen und Wachstumsfaktoren wird die natürliche Regenerationsfähigkeit der Bänder stimuliert.
Aus eigenen Erfahrungen und Studien kann man sagen, dass 84% der von uns mit autologem Knochenmark behandelten Fesselträgerschäden innerhalb von
6 Monaten lahmfrei waren und voll ins Training zurückkehren konnten.
Die ultrasonographisch kontrollierte Heilung war bei den mit Knochenmark behandelten Patienten signifikant besser, als die der unbehandelten Kontrollgruppe.Im experimentellen Tiermodell von Nixon in den USA konnte nachgewiesen werden, das der Einsatz von mesenchymalen Stammzellen die Knorpelheilung verbessert.
Fazit für die Praxis: Die autologe Knochenmarktransplantation wird von uns zur Behandlung von Insertionsdesmopathien, Tendopathien und Chondrosen empfohlen, da sie eine effektive Therapiemöglichkeit darstellt.
Aufgrund der einfachen praktischen Durchführung bei minimalen Nebenwirkungen und verbesserter Heilung stellt sie unserer Meinung nach die Methode der Wahl bei Insertionsdesmopathien dar.

FASZIOTOMIE

Aufgrund anatomischer Besonderheiten der Hintergliedmaße heilen Schäden des Fesselträgerursprungs ohne gezielte Behandlung nur schlecht aus. Eine Faszie die über den Fesselträgerursprung zieht engt im Falle eines Fesselträgerschadens die Sehne so ein, das eine Heilung stark verlangsamt wird.
Um eine positive Heilung der Sehne gewährleisten zu können, wird in der Pferdeklinik Barkhof die Faszie intraoperativ durchtrennt. Als Folge können Blutkapillaren in den Defekt einziehen und so eine Durchbauung der Sehne bewirken.

FESSELRINGBANDOPERATION

Das Fesselringband ist eine zum Fesseltrageapparat zu zählende anatomische Einrichtung der Gliedmaße. Es fixiert die Beugesehnen und die Sehnenscheide auf der Gleitfläche der Gleichbeine. Durch entzündliche Veränderungen verschiedener Art kann das Fesselringband an Dicke zunehmen und engt damit die darunter liegenden Strukturen ein. Durch den vermehrten Druck kommt es an Sehnen und Gleichbeinen zu Strukturverlusten, die aufgrund mangelnder Durchblutung nicht eigenständig behoben werden können. Ein typisches Bild ist die oberhalb des  Fesselkopfes hervortretende Sehnenscheide.
Mittels hochauflösendem Ultraschall kann die Stärke des Fesselringbandes, der Füllungsgrad der Fesselbeugesehnenscheide und mögliche Verklebungen in diesem Bereich überprüft werden.
Als erfolgversprechende Therapie steht nur die operative Durchtrennung des Fesselringbandes zur Wahl. Nach der Durchtrennung haben alle komprimierten Strukturen aufgrund der vermehrten Durchblutung die Möglichkeit der Heilung. Bei zusätzlicher Entzündung der Fesselbeugesehnenscheide kann wahlweise intraoperativ eine Spülung zusätzlich durchgeführt werden.

FRAKTURVERSORGUNG

Zusammenhangstrennungen (Frakturen, Fissuren) können je nach Lokalisation auf unterschiedliche Weise fixiert werden. Hierbei kommen Platten zum Einsatz, die mit Schrauben ober- und unterhalb der Fraktur verschraubt werden und so eine Stabilisierung des Knochens gewährleisten.
Im Bereich der Griffelbeinfrakturen/-fissuren kommen je nach Höhe und Komplexität der Fraktur verschiedene Operationsverfahren zum Einsatz. Die Fragmente können operativ entfernt oder mittels Mikroplatten und speziellen Schrauben fixiert werden.

KASTRATION

Die Kastration von Hengsten wird in der Pferdeklinik Barkhof nicht wie allgemein üblich über den Hodensack, was postoperativ eine hohe Komplikationsrate in sich birgt, sondern über den Leistenspalt durchgeführt.
Bei der Durchführung über den Hodensack besteht das postoperative Risiko eines Darmvorfalls über die eröffnete Bauchhöhle, des weiteren kommt es relativ häufig zur Abszessbildung und sekundären Infektion des Samenstranges.
Diese Risiken können durch die sterilere und sicherere Operation über den Leistenspalt deutlich minimiert werden, was eine frühere Leistungsfähigkeit des Pferdes zur Folge hat.

KEHLKOPFPFEIFFEROPERATION

Bei dem sogen. Kehlkopfpfeiffen, bei dem es durch eine Lähmung der Kehlkopfmuskulatur zum Erschlaffen der Stimmtasche und zur Leistungsminderung durch verminderte Sauerstoffversorgung kommt, sind die Leistungfähigkeit und die Sporttauglichkeit eines Pferdes je nach Grad der Kehlkoplähmung sehr in Frage zu stellen.
In der Pferdeklinik Barkhof können rechts- und linksseitige Kehlkopflähmungen operativ behoben werden. Dabei arbeiten wir mit dem weltweit anerkannten Spezialisten auf diesem Gebiet, Dr. Heinz Bonfig, zusammen, der uns eigens für diese Operation zur Verfügung steht.

KNORPELWIEDERAUFBAU DURCH KARBONTECHNIK

Komplexe Arthrosen in großen Gelenken mit flächenhafter Knorpeldegeneration stellen die Pferdemedizin noch immer vor große Probleme, da sie meist eine dauerhafte Lahmheit der Patienten zur Folge haben.
Zur Knorpelrekonstruktion wird seit 2004 in der Pferdeklinik Barkhof eine neue Operationstechnik angewandt, die aus der Humanmedizin übernommen wurde. Hierbei werden über einen arthroskopischen Zugang Karbonstifte in die erkrankten Knorpelbereiche eingesetzt. Die Karbonstifte führen zur Bildung eines belastungsfähigen, kräftigen Ersatzknorpelgewebes, wobei am Gelenk minimalinvasiv vorgegangen wird. Vorteilhaft beim Ausgangsmaterial sind eine hohe Bioverfügbarkeit, keine Toxizität und keine Mutagenität. In dieser noch jungen Behandlungsform sehen wir von der Pferdeklinik Barkhof eine geeignete Behandlungsmöglichkeit flächenhafter, hochproblematischer Knorpeldegenerationen.

KOPPER-OPERATION

Viele Faktoren mindern deutlich den Wert eines Pferdes. Dazu gehört sicherlich das Koppen, was bis vor einigen Jahren als Gewährsmangel gewertet wurde und noch immer als eine Unart bei Pferden angesehen wird. Wir verfügen heute jedoch über operative Möglichkeiten, die das Koppen verhindern, ohne die Halsform des Pferdes zu stark zu verändern. Dabei wird ein Schnitt im Bereich der Luftröhre vorgenommen, um den Muskel zu entfernen, der den Mechanismus des Koppens auslöst. Dieses Verfahren wird in der Pferdeklinik Barkhof seit mehreren Jahren erfolgreich angewandt.

PERIVASKULÄRE SYMPATHEKTOMIE

Hufrollen- und/oder Gleichbeinerkrankungen stellen eine häufige Lahmheitsursache bei Pferden dar.
Die Therapieansätze sind sehr vielfältig und ebenso von unterschiedlichem Erfolg gekrönt. Die perivaskuläre Sympathektomie ist ein gefäßchirurgischer Eingriff, der zu einer Weitstellung der peripheren Gefäße führt, welches eine verbesserte Durchblutung zur Folge hat und dadurch zu einer Abheilung des erkrankten Gebietes führt.
Der Therapieerfolg wurde bereits in mehreren Studien (Schmitt 1992, Litzke 1993, Jaugstetter 1999, 2002, 2003) nachgewiesen.

SPAT-OPERATION

Der Spat gehört beim Sportpferd zu den häufigsten Lahmheitsursachen. Es handelt sich um eine lokale chronisch-degenerative Osteoarthrose an den straffen Gelenken des Sprunggelenkes. Vor der Diagnosestellung muss eine klare Abgrenzung weiterer Lahmheitsursachen mit ähnlichem Erscheinungsbild vorgenommen werden.
Bei leichten Formen des Spats können ambulant durchführbare, lokale Behandlungen zu einer Stabilisierung der Gelenke führen. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen steht die Ankylosierung (Verbindung/Versteifung) der Gelenkreihen als Behandlungsziel im Vordergrund der Therapie. Diese Verbindung der Gelenkreihe führt zu einer Schmerzlosigkeit, die eine weitere sportliche Nutzung des Pferdes ermöglichen kann. Um die Versteifung der straffen Gelenkreihen zu erreichen, werden verschiedene operative Möglichkeiten individuell angepasst.
Eine neue und erfolgversprechende Variante wird seit einigen Jahren in der Pferdeklinik Barkhof angeboten. Hierbei werden die straffen Sprunggelenke mit einem dünnen Bohrer angebohrt. In die Bohrlöcher wird spezieller Knochenkleber (bone morphogenic protein, BMP) eingebracht, der als temporärer Platzhalter dient und im laufe der Rekonvaleszenz durch Knochengewebe ersetzt wird.

STELLUNGSKORREKTUR (Fohlen)

Stellungsanomalien führen zur Fehlbelastung der Gliedmaßen und sind damit prädisponierende Faktoren für Lahmheiten. Das Ziel einer erfolgreichen Fohlenaufzucht ist daher ein möglichst frühe Korrektur der Stellungsfehler, da diese in jungen Jahren aufgrund der aktiven Wachstumsfugen noch möglich ist. Bei geringgradigen Stellungsanomalien besteht die Möglichkeit der Korrektur in einem verkürzten Beschlagsintervall mit regelmäßigem angleichen der Fußungsrichtung. Bei stärkeren Verkrümmungen der Gliedmaßen (O- und X-Beinigkeit), der sogenannten Varus- und Valgusstellung, bedient man sich einer regulatorischen Maßnahme, dem Periostlifting/-stripping. Hierbei wird über einen kleinen Hautschnitt die Wachstumsfuge so manipuliert, das die Gliedmaße sich wieder begradig. Diese Verfahren stellt eine schonende Möglichkeit der Stellungskorrektur dar. Bei massiven Verkrümmungen der Gliedmaßen wird über einen Hautschnitt an gleiche Stelle eine Drahtcerclage angelegt, die das weitere Wachstum der Fuge fast vollständig zum Erliegen bringt. Nach Begradigung der Gliedmaße muss diese Verdrahtung allerdings wieder operativ entfernt werden.

UNTERSTÜTZUNGSBANDDESMOTOMIE

Angeborene (auch „Fohlenbockhuf“ genannt) und erworbene Sehnenstelzfüße  stellen eine starke Beeinträchtigung des Pferdes dar, die in den meisten Fällen eine fragliche Sporttauglichkeit nach sich ziehen. Verantwortlich für die steile Stellung der Gliedmaße und die Brechung der Zehenachse ist eine Verkürzung der tiefen Beugesehnen des betroffenen Beines. Dadurch kommt es zu einer Beugung im Hufgelenk.
Um eine normale Stellung der Gliedmaße zu erreichen und eine Überlastung der anderen Gliedmaßen zu vermeiden, sind verschiedene Methoden (Medikamente und Schienung) beschrieben.
Die erfolgversprechenste Therapie ist jedoch die operative Durchtrennung eines Bandes im Gefüge des Beugesehnenapparates. Das sog. Unterstützungsband entspringt unterhalb des Karpalgelenkes und verbindet sich mit der tiefen Beugesehne im unteren Röhrbeindrittel. Nach der Durchtrennung dieses Bandes kommt es zu einer Verlängerung der Sehnenstrecke der tiefen Beugesehne und in Folge dessen zu einer Begradigung der Zehenachse.
Eine optimale Hufzubereitung und ständige Kontrolle der Hufstellung sind im Verlaufe der Heilung ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Hier arbeitet die Pferdeklinik Barkhof mit dem staatlich geprüften Hufbeschlagsschmied Jörg Gogolin zusammen, der im Bereich der orthopädischen Hufbeschläge über einen großen Erfahrungsreichtum verfügt.

WUNDVERSORGUNG

Verletzungen aller Art werden in der Pferdeklinik Barkhof auch im Notdienst behandelt und je nach schwere der Verletzung und beteiligten Strukturen intraoperativ versorgt; um einen optimalen Wundverschluss zu erzielen (primäre Wundheilung).


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